„Verkaufen statt verschenken!“ …

… wird uns in diesen Tagen durch einen Hackerangriff auf die Funke Mediengruppe in Essen deutlich vor Augen geführt. Warum?

Hier meine Antworten:

  • Man kann sich auch in höchste Gefahr sparen. Zum Beispiel die Druckerei vor Ort schließen um in einer 200 Kilometer entfernten Druckerei zu drucken. Man kann regionale Tageszeitungen aus einer Zentralredaktion in Berlin mit Inhalten versorgen. Dafür werden natürlich auch die digitalen Wege und Vernetzungen immer weiter und  verzweigter und die machen es nicht nur den Journalisten, sondern auch den Hackern sehr leicht.
  • Die Digitalisierung zeigt auf diese Weise noch relativ harmlos, wie gefährlich sie ist. Wenn erstmal Konten leer geräumt sind oder Waffensysteme von Armeen durch Hacker übernommen werden, dann fehlt uns nicht nur unsere Tageszeitung, sondern schon bald auch unsere Freiheit, Sicherheit, der Frieden und unser Leben im wahrsten Sinne des Wortes.
  • Sicherheit wird es in dieser digitalen Welt  noch weniger geben als in unserer bisherigen analogen Welt. Soviel ist sicher! Kaum haben IT-Experten einen digitalen Schutzwall errichtet, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Hacker diesen wieder zu Fall bringen. Dieses „Spiel“ wird nie enden und in Zukunft Milliarden über Milliarden kosten.
  • Eine digitale Zeitung muss also weder gedruckt, noch aufwendig von Menschenhand zugestellt werden. Doch die daraus resultierenden Einsparungen werden sich schon bald, im Blick auf die notwendigen Investitionen in die IT-Sicherheit, als Peanuts erweisen.
  • Doch nicht nur die IT-Spezialisten sind in diesen Tagen gefordert. Auch der Vertrieb muss seinen Beitrag leisten. Es muss sofort Schluss sein mit dem Verschenken von Inhalten. Billig-Apps über die wertvolle journalistische Inhalte zum Spottpreis verschleudert werden, E-Paper-Schnupperabos für 99 Cent, Digital-Abos deutlich unterm Preis des klassischen Zeitungsabos müssen sofort beerdigt werden.
  • Noch immer ist das Abo der klassisch gedruckten Zeitung die Cash Cow der allermeisten Verlage. Diese muss wieder gestärkt und in den Fokus der vertrieblichen Aktivitäten gerückt werden, denn allein sie spielt das Geld für die notwendigen Investitionen in die digitale Sicherheit ein.

Wissen statt vermuten!

In meinen Projekten bei Verlagen zwischen Nord- und Bodensee erlebe ich in den letzten Jahren eine gefährliche Verschiebung der Wahrnehmung von der Realität des Lesers weg und hin zum Wunsch der digitalen Arbeitsgruppen in den Verlagen. In zahllosen Meetings erklären digitale Nerds ohne Bezug zum Leser, wie Algorithmen die Zukunft bestimmen werden. Mit zählbaren Ergebnissen im Hier und Heute können sie nicht aufwarten. Klicks & Leads bleiben immer in einer verschwommenen Scheinwelt der Vermutung zurück. Botschaften aus der Kristallkugel, mehr nicht.

Wissen ist etwas ganz anderes!

Dazu muss man nur zum Telefonhörer greifen und Abonnenten oder noch besser Kündiger anrufen. Weil das extrem wirkungsvoll aber genauso extrem unbequem ist, macht das keiner. Außer meine TrainingsteilnehmerInnen und vornweg ich als Vormacher!

Verkaufen statt verschenken!

Das Zeitungsgeschäft ist und bleibt recht einfach: Wer eine gute Zeitung macht, welche die Leser fesselt und begeistert, weil sie aus der Welt und für die Welt der Leser gemacht wurde, muss diese nicht verschenken und darf dafür einen gerechtfertigten Preis verlangen. Lockprämien und Billigangebote braucht es dann nicht mehr. Eine gut gemachte und pünktlich zugestellte Zeitung ist auch im Jahr 2021 ein hohes Gut. Eine echte Cash Cow.

Reichweite, die nur deshalb erzeugt wurde, weil wertvolle Inhalte kostenlos ins Netz gestellt wurden, ist nicht nur wertlos sondern sogar schädlich!

Deshalb sollten umgehend alle Social-Media-Aktivitäten eingestellt werden, die nicht nachweislich dafür geeignet sind in Euro messbare Erträge zu erwirtschaften.

Blick nach vorn:

2021 steht vor der Tür und hält weiterhin „Pandemie-Lockdown-Monate“ für uns bereit. Lassen Sie uns “old school” telefonieren und zu passenden Ideen und ganz praktischen Vorgehensweisen in verrückten Zeiten abstimmen. Einverstanden?

Einen guten Start ins neue Jahr, bei bester Gesundheit wünscht Ihnen Jörg Heinicke

 

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