In einer Demokratie herrscht das Prinzip der Volkssouveränität. Ich bin einer von 60,4 Millionen Wahlberechtigten und ich habe mich nach reiflicher Überlegung und genauem Abwägen, dazu entschlossen in 2021 von meinem Wahlrecht keinen Gebrauch zu machen. Statistisch wird man mich unter „Nichtwähler“ verbuchen. Das klingt so schön harmlos, passiv und desinteressiert.

Selbst schuld, wenn die Falschen an die Macht kommen!

Doch Ich  Ich werde diese Wahl boykottieren, indem ich meine Stimme nicht abgebe, denn es steht keine Partei, kein Wahlprogramm und kein Kandidat zur Wahl, welchem ich meine Stimme geben kann und will. Ich verstehe Demokratie sogar so, dass ich den zur Wahl stehenden Parteien und Politikern meine Stimme gar nicht geben darf. Warum ich das so sehe, werde ich hier ausführlich begründen.

Ich bin Erzgebirger, also Sachse und Ossi. 

Bei den ultimativen Demokratieinhabern aus den gebrauchten Bundesländern gelte ich ohnehin pauschal als demokratie-fern bis demokratie-feindlich. Demnach habe ich nichts zu verlieren und nutze mit meinen, hier schriftlich niedergelegten Gedanken, die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung.

Als ich am 18. März 1990 voller Freude, Stolz und Genugtuung zur ersten freien Wahl in der DDR ging, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich 31 Jahre, 6 Monate und 8 Tage später meine Stimmabgabe verweigern muss. Richtig gelesen: ich sehe es als meine Pflicht an, meine Stimme nicht an Politiker und Parteien zu verschwenden, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Wenn ich meiner Bürgerpflicht nachkomme, dann kann und darf ich niemanden meine Stimme geben, der in seinem Wirken ein Höchstmaß an Dilettantismus an den Tag legt. Menschen, die sich Wahrheit und Realität so zurechtbiegen, wie es ihren finanziellen und machtstrategischen Interessen am meisten nützt, sind für mich „unwählbar“.

Es gibt sicher auch in der Wirtschaft Dilettanten, die mit ihrer Aufgabe völlig überfordert sind. Mir fällt da sofort Hartmut Mehdorn ein, dessen Spur von einer Katastrophe zur nächsten führte. Seinem Kontostand hat dies jedoch nie geschadet.

BahnmitarbeiterInnen und Bahnreisende leiden noch heute darunter, was Herr Mehdorn allein bei der Bahn verbockt hat. Aber das konnte er nur tun, weil die Politik die Bahn 1994 privatisierte. So kurz vor der Bundestagswahl will ich mich hier ausschließlich auf die Politik und die Politiker in unserem Land konzentrieren.

Ich bin seit 01.01.1991 Selbstständiger.

In all den Jahren habe ich gelernt genau zu beobachten, was jemand sagt und was er tatsächlich tut. Es gilt genau abzugleichen, was jemand will und welche Taten der Willensbekundung wirklich folgen. Deshalb reicht es schon lange nicht mehr aus, die Wahlprogramme der Parteien zu studieren, denn viele Berufspolitiker machen sich schon selbst nicht mehr die Mühe, diese zu kennen. Die Halbwertszeit eines Wahlprogramms ist sehr, sehr kurz und beträgt zum Beispiel bei der CDU dieses Jahr nicht einmal 100 Tage.

Am 21.6. wurde es von den Herren Söder und Laschet verkündet. Am 26. September landet es unabhängig vom Wahlausgang im Papierkorb der Parteigeschichte. Bei den anderen Parteien ist das genauso.

Motto: Was interessiert uns unser Geschwätz von gestern?

Es ist heute sehr bequem die gebrochenen Wahlversprechen der letzten Legislaturperioden im Internet zu finden. Die Liste ist lang. Allerdings gilt es dabei äußerste Vorsicht walten zu lassen. Quellen sollten sogfältig geprüft werden. So listete zum Beispiel die FDP im März 2018 Merkels gebrochene Wahlversprechen auf. Zuvor erklärte Christian Lindner (FDP) am  20.11.2017 vor zahlreichen Journalisten: „Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren.“. Ausgerechnet die Partei, die trotz klaren Wählerauftrags aus parteistrategischen Gründen eine Mitarbeit an der neuen Regierung verweigerte, wird wenige Monate später zum Robin Hood der Wähler und listet gebrochene Wahlversprechen auf?

Bei Focus Online war dazu ab dem 07.03.2018 zu lesen:

„FDP zeigt nur die halbe Wahrheit. Auch wenn die FDP mit ihren Vorwürfen in den genannten Punkten größtenteils richtig liegt, zeigt das Papier nur die halbe Wahrheit. Denn zum einen können die GroKo-Parteien im Laufe der Legislaturperiode vom Koalitionsvertrag abweichen und doch noch Wahlversprechen einlösen. Zum zweiten wird auch der FDP klar sein, dass eine Koalition immer ein Kompromiss-Bündnis darstellt und dabei keine Partei alle ihre Versprechen durchsetzen kann.“ Allerdings durften wir in den zurückliegenden Jahren immer wieder „Koalitions-Klüngelei“ erleben. Immer nach dem Motto: Wenn ihr unserem Vorhaben X zustimmt, dann stimmen wir auch eurem Vorhaben Y zu. Egal um welchen Unsinn es auch ging.

Ich finde es ist allerhöchste Zeit mit der Legende vom Wahlversprechen aufzuräumen.

Man muss kein Jurist sein, um zu wissen, dass ein Wahlversprechen rechtlich nicht bindend ist und juristisch ungestraft gebrochen werden darf. Wahlversprechen und ganz besonders gebrochene Wahlversprechen sind so wunderbar geeignet, um sich auf Wählerseite in die Opferrolle des armen, gutgläubigen Bürgers zu flüchten. Zunächst traurig, desillusioniert und enttäuscht, aber schon bald mit Hilfe von Extremisten mit Vergeltungs- und Denkzettel-Wahl drohend.

Trifft es also zu, dass jedes Volk die Politiker hat, die es verdient?

Es ist durchaus möglich und genau deshalb bleibe ich der Wahl 2021 fern. Ich finde nicht, dass ich einen inkompetenten Verkehrsminister wie Andreas Scheuer verdient habe, der mit seiner unglaublichen Unfähigkeit eben mal  634 Millionen Euro Steuergelder verbrennt. Sorry, nein so dumm ist der Andy dann doch nicht. Geld verbrennen würde ihm im Traum nicht einfallen. Aber er verteilt Steuergeld zu Beratern, Rechtsanwälten und Konzernen um. Ein kurze und halbherzige Entschuldigung in ein paar Kameras und Mikrophone gesprochen und schon ist er reingewachsen. Weiter unten verlinke ich ein Video der Investigativ-Abteilung des WDR. Unbedingt anschauen!

Zum Kanzlerkandidat Laschet muss ich hier nichts mehr schreiben, denn alles was man zu diesem wissen muss, hat “Schlumpflocke” Rezo in seinem aktuellen Video perfekt auf den Punkt gebracht. Link nach dem Artikel.

Ich finde auch nicht, dass ich einen Bundeskanzler mit akutem Gedächtnisschwund verdient habe.

„WWW-Olaf-Scholz“ ist kein Verweis auf eine Website und steht für:

  • W-irecard
  • W-arburg (Cum-Ex)
  • W-umms 

Am 24. April 2021 las ich im Tagesspiegel:

„Mein Name ist Hase ich weiß von nichts. 

Finanzminister Scholz liefert im Wirecard-Untersuchungsausschuss ein Beispiel dafür, wie Politiker ihr Tun vernebeln können – weil man sie lässt.“ Die „Welt“ schreibt am 16.03.2021: 

„Brisante Aufzeichnungen belegen, dass führende Mitarbeiter von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) den Zahlungsdienstleister noch im Sommer vor dem endgültigen Zusammenbruch bewahren wollten. Noch kurz vor der Pleite von Wirecard gab es im Bundesfinanzministerium Überlegungen, das Unternehmen aus Aschheim bei München mit Steuergeld vor dem endgültigen Zusammenbruch zu bewahren. Nachdem Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro bekannt geworden waren, soll es um Kredite oder Bürgschaften der staatlichen Förderbank KfW beziehungsweise ihrer Tochter IPEX Bank gegangen sein.“

Mir wurden in 31 Jahren Selbständigkeit kein einziges Mal vom Finanzamt Steuerzahlungen erlassen und so habe ich diese immer brav bezahlt. Ich will in Deutschland leben, also zahle ich hier auch Steuern. Wie man mit diesem umgeht, steht auf einem anderen Blatt. Wenn es um 47 Millionen Euro geht, pflegt der Erzgebirger zu sagen:

„Das ist manchem sein Ganzes!“

Auch für eine reiche Stadt wie Hamburg sind 47 Millionen Euro kein Pappenstiel. Trotzdem wurde 2016 unter dem damaligen ersten Bürgermeister Olaf Scholz, dem Hamburger Privatbankhaus Warburg eine Steuerrückzahlung in Höhe von 47 Millionen Euro erlassen. Obwohl diese aus illegalen Cum-Ex-Geschäften resultierten. 2017 musste erst das Bundesfinanzministerium eingreifen, damit in Hamburg unter den Augen des heutigen SPD Kanzlerkandidaten nicht noch weitere Steuerrückzahlungen aus Cum-Ex-Geschäften der genannten Privatbank in Höhe von 43 Millionen Euro verjährten.

Der Bundesgerichtshof entschied am 28.07.2021, dass Cum-Ex strafbare Steuerhinterziehung ist. Die Richter bestätigten auch ein Urteil, wonach Warburg insgesamt 176 Millionen Euro zurück zahlen muss. (Link am Ende des Artikels führt zu einer simplen Erklärung von Cum-Ex-Geschäften) Bei allem, was ich über Olaf Scholz und sein Wirken im Zusammenhang rund um Warburg, Cum-Ex-Geschäften und dem Wirecard-Skandal gelesen und gehört habe, kommt bei mir als Wähler folgendes an:

Entweder ist Herr Scholz inkompetent oder er lügt.

Vielleicht trifft ja auch beides zu? Sicher ist, dass er über kein gutes Gedächtnis verfügt. Nur so konnte es geschehen, dass Herr Scholz offensichtlich auch den Überblick über die gemachten Staatsschulden verloren hat. Das „Wumms-130-Milliarden-Konjunkturpaket“ richtet sich nicht an verantwortungsvolle und nachhaltig handelnde Bürger, sondern an Konsumenten, die exzessiv shoppend Großkonzerne retten sollen.

Ich halte einen Bundeskanzler mit einem so miserablen Gedächtnis für ein unkalkulierbares Risiko. 

Eine Partei, die Hartz IV zu verantworten hat. Eine Partei, die 1994 ganz maßgeblich mit dazu beigetragen hat, dass die Bahn privatisiert und seither mehr als 5000 Kilometer Bahnstrecken in Deutschland stillgelegt wurden. Eine Partei, die bei der Bahn jahrelanges Missmanagement duldete. Eine Partei, die sich heute mehr als kritisch äußert, wenn eine Gewerkschaft das tut, was eine Gewerkschaft tun sollte. Diese Partei darf sich meinem Verständnis nach nicht „Sozialdemokratisch“ nennen. Die SPD hat sich in meiner Wahrnehmung das Prädikat „unwählbar“ mehr als verdient.

Wären die Grünen eine echte, wahrhafte und knallharte Öko-Verbotspartei, so würde ich sie wählen.

Stattdessen sind die Grünen nur grün angemalte Greenwashing-Kapitalisten.Sie wollen uns glauben machen, dass wir nur hier und da eine neue grüne Technologie erfinden und zum Einsatz bringen müssen und schon können wir alle weitermachen wie bisher. Einfach einen Ökostromtarif buchen und schon ist die (Um)Welt wieder in Ordnung. Ganz unabhängig von Stromverbrauch und Verschwendung. Das 400-PS-Elektro-Auto in den Abmaßen eines Sherman Panzers gehört selbstredend zur Grundausstattung eines echten Klimaretters dazu.

Ganz besonders, wenn es aus dem Werk eines Mannes kommt, dem Arbeitnehmerrechte und Umwelt am Allerwertesten vorbeigehen. Im Februar 2020 hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Eilanträge zweier Umweltschutzverbände in zweiter Instanz zurückgewiesen. Die Landesvorsitzende der Grünen in Brandenburg, Julia Schmidt, twitterte  erleichtert, sie sei froh, dass die Beschwerde zurückgewiesen wurde. “Tesla ist eine große Chance für die Region und die Arbeitsplätze“.

Oh ja, die Arbeitsplätze!

Die haben schon in den 1970´er Jahren jeden Umweltgau gerechtfertigt. Kurios, dass diese Argument in Zeiten des massiven Fachkräftemangels in allen Branchen immer noch so gut verfängt. Bei so viel Unterstützung durch Politiker aller Parteien, kann sich Elon Musk sicher sein, dass auch die Wasserversorgung seines Werkes Vorrang vor der Wasserversorgung der Einwohner der Region hat. Musks Greenwashing-Fabrik wird zunächst bis zu 1,45 Millionen Kubikliter Wasser pro Jahr verbrauchen. Das entspricht dem Trinkwasserverbrauch einer 30.000 Einwohnerstadt von der Größe Fürstenwaldes. Tesla verbraucht pro hergestelltem E-Auto mehr Wasser als zum Beispiel VW oder BMW. 

Greenwashing ist ein milliardenschweres Geschäft

Zum Glück für die Greenwashing-Profiteure können die brandenburgischen Echsen, Schlangen, Fische, Insekten und Pflanzen nicht demonstrieren und sind ja ohnehin nicht wahlberechtigt. Ich halte Frau Baerbock für eine sehr kluge und engagierte Frau, aber ich kann ihr und ihrer Greenwashing-Partei meine Stimme auf keinen Fall geben. Allein, dass eine Öko-Partei wie die Grünen aus wahlstrategischen Gründen den Umweltschutz vom Klimaschutz trennt, weil dies gerade dem Zeitgeist entspricht, ist absurd. Es gibt nicht das Eine oder das Andere.

Während einer Einschulungsfeier sprach kürzlich der stolze Schulleiter diese Worte: „Unsere schöne Schule gibt es hier am Ort nun bereits seit 100 Jahren und es wird sie auch noch in 100 Jahren geben.“ Steven Hawking hatte vor seinem Tod dazu eine andere These entwickelt: Er ging davon aus, dass Klimawandel, Asteroideneinschläge, Epidemien und Bevölkerungswachstum die Erde unbewohnbar machen könnten und dass der Menschheit gerade noch 100 Jahr bleiben, um die Erde zu verlassen.

Vielleicht haben ja Julia Schmidt & Co für treuen Dienste schon einen Platz in einer SpaceX Rakete sicher?

Ich habe schon in meinem Leben vor 1989 in der Diktatur des Proletariats, ohne dass ich das wusste, versucht ein Leben als Liberaler zu führen. Ein Leben in Eigenverantwortung ohne mich für eine politische Schublade entscheiden zu müssen. Stattdessen frei im Geist mit Blick auf meine Mitmenschen und unserem Planeten. Den bewegendsten Moment 1989 am Fernseher, bescherte mir auf dem Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Ich stellte allerdings schnell fest, dass sich meine Auffassung von Liberalismus stark von der der bundesdeutschen FDP unterschieden.

Die FDP war schon unter der Führung von Klaus Kinkel, Wolfgang Gerhardt, Guido Westerwelle und Philipp Rösler für mich unwählbar. Warum die FDP unter Christian Lindner erst recht unwählbar ist, hat er selbst vor laufenden Kameras am 20.11.2017 begründet.

Am 15. Dezember 1966 starb Walt Disney und ich kam auf die Welt. Frau Baerbock folgte 1980. Wow!

Bis zum 02. Oktober 1990 lebte ich im ersten sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden. Meine Eltern bereiteten mir eine wundervolle und gute Kindheit. Meine Mutter lehrte mich freies Denken und Handeln. Damit geriet ich spätestens im Teenageralter in Widerspruch mit dem real existierenden Sozialismus. Die Gängelei, die Bespitzelung, die allgegenwärtige Funktionärsrhetorik, die Losungen und Parolen wurden unerträglich, aber ich blieb. Es durften doch nicht alle Richtung ALDI Bananen flüchten.

Dafür habe ich in meiner Lebenszeit bis 1990 intensiv gelernt, dass der Kommunismus und somit die LINKEN, keine Alternative zum Kapitalismus sind. Wenn ich mir die linken Abgeordneten heute so anschaue, freue ich mich, dass die ganz oppositionell wie die Made im kapitalistischen Speck leben können und zu Wahlkampfzeiten lustige Plakate aufhängen. Was die Linken schon in der DDR exzellent konnten war:

Ruinen schaffen ohne Waffen!

Die aktuellen Diskussionen rund um Enteignung, Mietendeckel und Mietpreisbremse zeigen, dass der Sozialismus noch immer lebt. Außerdem wird von allen Seiten absichtlich am Kern des Wohnungsproblems vorbei argumentiert. Man muss sich nur die demographische Entwicklung unserer Bevölkerung anschauen. Des Weiteren lohnt die Betrachtung der Entwicklung der durchschnittlichen Wohnfläche pro Kopf. Noch in den 1960 er Jahren lag diese bei ca. 20 Quadratmeter pro Einwohner und heute liegt dieser Wert schon bei rund 42 Quadratmetern. Tendenz weiter steigend. Darüber spricht niemand. Bau- und Grundstücksspekuanten zur Freude.

Die bekannteste Linke in Deutschland ist wahrscheinlich Sahra Wagenknecht.

Sie nimmt sich gern ihr demokratisches Recht heraus, ihre Meinung laut und deutlich zu sagen. Die Reaktionen ihrer Genossen zeigen ebenso deutlich, dass sie an freien Menschen mit freien Gedanken kein Interesse haben. Das kommt mir sehr bekannt vor. Meine praktische Erfahrung und die Betrachtung der heutigen Linken zusammengefasst: unwählbar!

Bis hierhin war meine Entscheidung, die Bundestagswahl 2021 zu boykottieren nicht einfach, aber anhand der beschriebenen Argumente, Tatsachen und Erfahrungen klar und deutlich zu treffen.

Die größten Zweifel, an meiner Entscheidung hat mir die sogenannte Alternative für Deutschland bereitet. Die AfD startete einst unter Bernd Lucke als eine Partei, die den Euro und die europäische sowie deutsche Finanzpolitik kritisierte und nach Alternativen suchte. Doch mit so trockenen und anstrengenden Themen konnte man weder Wähler noch Journalisten hinterm Ofen hervorlocken. Dann kam die Flüchtlingskrise und mit ihr eine neue „Politmarktlücke“ für die Rechten innerhalb der AfD. 

Dazu ließen die sich nicht zweimal einladen und nutzten ihre Chance.

Gauland und Co. begriffen genauso schnell wie Trump in den USA, wie man sich die Medien zunutze machen konnte. Einfach einen unvorstellbaren und völlig inakzeptablen Tabubruch begehen und schon springt die aufmerksamkeitsgeile Meute auflagen- und reichweitengetriebener Journalisten an. Jeder hysterische Dauerempörte konnte per Social Media seinen linken oder rechten Senf dazu geben. Das Ergebnis war immer wieder eine Aufmerksamkeit, die mit keiner bezahlten Werbekampagne je zu erzielen gewesen wäre. War der Höhepunkt der Aufregung erreicht ruderte man leicht zurück, relativierte und beschwichtigte. 

Schießbefehl? Mausgerutscht!

Wer die Bücher von Ernst Jünger, Erich Maria Remarque oder „Mein Leben“ von Marcel Reich Ranicki gelesen hat, wer schon einmal Verdun oder Auschwitz besucht hat, kann keine Nazis wählen. Ein Austritt aus der Europäischen Union kommt ebenso wenig in Frage. Und wer nicht völlig blind oder verblendet ist, wird einsehen, dass wir gar nicht so schnell germanische Kinder zeugen und großziehen können, wie wir Handwerker, Pflegekräfte und anderes Fachpersonal brauchen, um unser Leben in Saus und Braus weiterführen zu können. (eine aktuelle Meldung unten verlinkt) 

Kann eine ganz klar undemokratische, offen demokratiefeindliche Partei eine demokratische Partei sein? Wem nützt dieser rechte Stammtisch rund um Höcke, Kalbitz, Gauland, Weidel, Chrupalla und von Storch? Ist es das letzte verbliebene Argument zur Wahl zu gehen und die CDU oder eine der anderen Parteien zu wählen, nur damit meine Stimme nicht direkt oder indirekt rechten oder linken Demokratiefeinden zugutekommt?

Soll ich aus dieser Angst heraus Lügner und / oder Dilettanten wählen?

Ich habe mich entschlossen dies nicht zu tun, denn das ist mir zu wenig und zu billig. Es fällt mir immer wieder auf, dass Berufspolitiker über alle Parteien hinweg Klimaschutz lediglich als Marketinginstrument nutzen und missbrauchen. Durch Greta Thunberg und Fridays for future wurde dies noch angeheizt. Wer als Politiker das Thema „Klima“ nicht in irgendeiner Form für sich „verwurstet“, ist abgeschrieben. Nur hat dieses geniale „Wählermobilisierungsthema“ einen gewaltigen Haken, den man unbedingt ausblenden muss. Alles was nur ansatzweise nach geringen Einschnitten in unsere verschwenderische Konsumgesellschaft riecht, muss vom Tisch.

Worte wie „Verzicht, Bescheidenheit, Konsumverzicht“ wurden aus dem Sprachgebrauch getilgt.

Am 23.8.2021 habe ich unter großen Schmerzen die Sendung „Hart aber Fair“ gesehen. Folgende Gäste waren bei der Diskussionsrunde mit Frank Plasberg dabei:

  • Svenja Schulze, SPD (Bundesumweltministerin)
  • Cem Özdemir, B’90/Grüne (Bundestagsabgeordneter, Ausschussvorsitzender Verkehr und digitale Infrastruktur)
  • Markus Blume, CSU (Generalsekretär)
  • Michael Hüther (Wirtschaftswissenschaftler, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft)
  • Pauline Brünger (Studentin, Klima-Aktivistin, Sprecherin von “Fridays for Future”)

Es dauerte auch gar nicht lange, bis die Berufspolitiker in der Runde in gewohnt routinierter Weise ihre Sprüche, Weisheiten und Erfolgsmeldungen abspulten. Pauline Brünger von der Fraktion der „Wohlstands-Vorwurfs- und Forderungsjugend“ bestach mit einer Rhetorik, die man für eine 19-Jährige nur als außergewöhnlich bezeichnen kann. Das wächst die nächste Generation begnadeter Redner heran.

Plasberg konfrontierte die Runde immer wieder ganz gezielt mit dem Wort „Verzicht“.

Es war beeindruckend zu erleben wie alle Akteure in der Runde „Verzicht“ mieden, wie der Teufel das Weihwasser. Da war man sich einig. Offensichtlich aus Angst, dass der mündige Bürger vielleicht doch nicht so mündig ist, dass man ihm simple aber unbequeme Wahrheiten zutrauen kann. Das machen Politiker aller Parteien auch mit anderen existenziellen Problemen.

So liegt die gesetzliche Rente bereits seit Jahren auf der Intensivstation unserer Gesellschaft und wird mit Milliarden aus Steuergeldern künstlich am Leben erhalten. Kritische Stimmen rund um diese Thema werden vor allem in Wahlkampfzeiten mit allen Mitteln aus der Öffentlichkeit genommen. Deshalb soll der Klimaschutz auch völlig ohne Verzicht und auf sozialverträgliche Weise über die Bühne gehen.

Hat schon mal jemand Mutter Natur Bescheid gesagt?

Es bleibt dabei und alles wie es ist. Keine Sorge. Wie verschwenden Energie in unglaublichen Dimensionen, wir werfen tonnenweise Lebensmittel in die Tonne, wir fahren allein in unseren Autos von A nach B und wir konsumieren bis der Arzt kommt. Wir gehen in den Bio-Markt und heucheln was vom Tierwohl. Die Landwirte dürfen es ausbaden. Sie sind als gewissenlose Tierquäler und Glyphosat-Anwender das letzte und wehrlose Glied in der „Fairtrade-Klimaretter-Bio-Kette“.

Ich werde auch in den nächsten vier Jahren alles tun, was mir persönlich möglich ist, um für Familie, Freunde, Geschäftspartner und Natur ein guter und zuverlässiger Partner zu sein. Deshalb führe ich ein bewusstes, bescheidenes und engagiertes Leben. Sollte es in vier Jahren zur Wahl des 21. Bundestages ein akzeptables Angebot einer Partei geben, so werde ich wieder wählen gehen.

Glückauf aus dem Erzgebirge Jörg Heinicke

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Link 1: WDR Investigativ Andreas Scheuer 👉👉👉 https://www.youtube.com/watch?v=o1DalggoO68&t=30s

Link 2: Rezo u.a. zu Kanzlerkandidat Laschet 👉👉👉 https://youtube.com/watch?v=rIj3qskDAZM

Link 3: Cum-Ex 👉👉👉 https://www.youtube.com/watch?v=jg_5v3pv8-o

 

Link 4: Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wir-brauchen-400-000-Zuwanderer-jaehrlich-article22760146.html?xing_share=news